{"id":164,"date":"2011-09-16T10:12:49","date_gmt":"2011-09-16T08:12:49","guid":{"rendered":"https:\/\/fliegergeschwader28.de\/hstws\/2011\/09\/16\/frontbericht-arras\/"},"modified":"2020-10-13T15:24:07","modified_gmt":"2020-10-13T13:24:07","slug":"frontbericht-arras","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fliegergeschwader28.de\/hstws\/frontbericht-arras\/","title":{"rendered":"Frontbericht Arras"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erbitterte Luftk\u00e4mpfe s\u00fcdlich von Arras<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Arras, 4. April 1918<\/em><\/strong> &#8211; Mit dem aufklarenden Wetter seit Ende M\u00e4rz haben die Kampfhandlungen in der Luft \u00fcber dem Frontabschnitt Albert-Bapaume wieder deutlich zugenommen. Die zahlenm\u00e4\u00dfig deutlich unterlegenen Fliegertruppen des Deutschen Reiches stemmen sich mit \u00fcbermenschlicher Anstrengung den Angriffen der Entente entgegen, unter gro\u00dfen Opfern versuchen unsere tapferen M\u00e4nner dem Feind in diesem entscheidenden Kriegsjahr die Luftherrschaft abzuringen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-159\" src=\"https:\/\/fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/absturz_sepia_720.jpg\" width=\"720\" height=\"490\" border=\"0\" srcset=\"https:\/\/www.fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/absturz_sepia_720.jpg 720w, https:\/\/www.fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/absturz_sepia_720-300x204.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/p>\n<p>&#8212;-<br \/>\n<strong>Einsatzbericht Luftbildaufkl\u00e4rung 3. April 1918, Hauptmann Hellfire<\/strong><\/p>\n<p>Am 3. April startete ich gegen 09:00 Uhr mit meinem Beobachter Unteroffizier Rechenknecht zur Luftbildaufkl\u00e4rung mit einer D.F.W. C.V vom Aerodrom Lechelle. Ziel war ein Feldquartier der Entente an der Stra\u00dfe zwischen Albert und Lealvilliers, ungef\u00e4hr 10km hinter den feindlichen Linien. Begleitschutz flogen Oberleutnant ERASER und Vizefeldwebel matkenhaus mit Fokker D.VII, die bereits fr\u00fcher gestartet waren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach Abflug vom Platz stieg ich \u00fcber Longueval auf die Einsatzh\u00f6he von 3.000m. Dort sollten wir auch die Begleitjagd treffen, was sich aufgrund einiger weiterer Flugzeuge im Luftraum etwas verz\u00f6gerte. Nach Treffen mit der Jagd und erreichen der Einsatzh\u00f6he flogen wir Kurs WNW ab. Noch vor erreichen der eigenen Linien wurden wir von mehreren SPAD-J\u00e4gern der Entente angegriffen, die unverz\u00fcglich von Oberleutnant ERASER und Vizefeldwebel matkenhaus in Kurvenk\u00e4mpfe verwickelt und von uns fern gehalten wurden. Ich entschied mich, durchzubrechen und das Ziel weiter anzufliegen.<\/p>\n<p>Nach Erreichen des Luftraums \u00fcber dem Ziel begannen wir in H\u00f6he 3.000m das Feldquartier aufzukl\u00e4ren, zun\u00e4chst in Flugrichtung SO, dann in einem zweiten \u00dcberflug in Richtung NW. Nachdem wir den Film verschossen hatten, drehten wir sofort Richtung O, da die Bilder schnellstm\u00f6glich entwickelt und ausgewertet werden mussten.<\/p>\n<p>Noch vor Erreichen der feindlichen Linien wurden wir von einer einzelnen S.E. 5a aus leichter \u00dcberh\u00f6hung von hinten angegriffen. Ich flog Ausweichman\u00f6ver unter Beibehaltung des Generalkurses O und Unteroffizier Rechenknecht deckte den Briten mit konstantem Abwehrfeuer ein. Obwohl er der S.E. 5a bereits beim zweiten Anflug deutliche Sch\u00e4den zuf\u00fcgen konnte, setzte der Pilot der Entente seine Angriffe weiter fort &#8211; im wahr wohl bewusst, was auf dem Spiel steht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-160\" src=\"https:\/\/fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/rechenknecht.jpg\" width=\"227\" height=\"264\" border=\"0\"><br \/>\n<em>Der wackere Unteroffizier Rechenknecht <\/em><\/p>\n<p>Jeder Anflug der S.E. 5a brachte uns weitere L\u00f6cher in Rumpf und vor allem den Fl\u00e4chen ein, der wackere Rechenknecht lie\u00df sich jedoch nicht beirren und feuerte verbissen weiter. Mittlerweile fehlten schon gro\u00dfe Teile der Bespannung der Steuerbord-Fl\u00e4chen und die inneren Verstrebungen auf beiden Seiten und ich wurde getroffen. Schock und Schmerz tr\u00fcbten meine Sicht, dennoch versuchte ich, dem Briten das Zielen zu erschweren und Rechenknecht ein gutes Schussfeld zu bieten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-161\" src=\"https:\/\/fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/getrbt_720.jpg\" width=\"720\" height=\"405\" border=\"0\" srcset=\"https:\/\/www.fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/getrbt_720.jpg 720w, https:\/\/www.fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/getrbt_720-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><br \/>\n<em>Von Schmerz und Blutverlust getr\u00fcbte Sicht nach Steuerbord<\/em><\/p>\n<p>Offensichtlich wurde auch der Motor der D.F.W. getroffen, er verlor Leistung und blieb schlie\u00dflich ganz stehen. In ritterlichem Geiste lie\u00df die S.E. 5a von uns ab und wir segelten \u00fcber die Front. Die Maschine wurde mittlerweile nur noch von Hoffnung zusammen gehalten, rechts fehlten alle vier Fl\u00e4chenverstrebungen, links war nur noch die \u00e4u\u00dferen beiden vorhanden, die Fl\u00e4chen wiesen mehr L\u00f6cher als Bespannung auf.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-162\" src=\"https:\/\/fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/vorne_oben_720.jpg\" width=\"720\" height=\"404\" border=\"0\" srcset=\"https:\/\/www.fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/vorne_oben_720.jpg 720w, https:\/\/www.fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/vorne_oben_720-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><br \/>\n<em>Nur die Hoffnung h\u00e4lt uns in der Luft&#8230; <\/em><\/p>\n<p>Unter zunehmenden Schmerzen gelang es mir, die treue D.F.W. hinter die eigenen Linien zu bringen und langsam zu sinken, stets darauf bedacht, den verwundeten Vogel nicht \u00fcber die Ma\u00dfen zu beanspruchen. Nach langen, bangen Minuten gelang es mir dann mit letzter Kraft, die Maschine auf einem sanften H\u00fcgel notzulanden. Hierbei brachen die Holme der unteren Fl\u00e4chen und die D.F.W. stellte sich auf die Nase, aber sie blieb dennoch an einem St\u00fcck &#8211; was f\u00fcr Flugzeug!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-163\" src=\"https:\/\/fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/absturz_unten_720.jpg\" width=\"720\" height=\"424\" border=\"0\" srcset=\"https:\/\/www.fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/absturz_unten_720.jpg 720w, https:\/\/www.fliegergeschwader28.de\/hstws\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/absturz_unten_720-300x177.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><br \/>\n<em>Die geschundene D.F.W. C.V am Boden<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Der tapfere Rechenknecht entstieg dem Wrack unverletzt und half mir aus der Maschine. Meine Verletzungen werden mich wohl f\u00fcr einige Tage am Boden halten. Leider mussten wir feststellen, dass die Kamera und damit auch unsere so teuer erkauften Luftbilder im Kampf zerst\u00f6rt wurden.<\/p>\n<p>Insgesamt muss der Einsatz als vollst\u00e4ndiger Fehlschlag gewertet werden, von Oberleutnant ERASER und Vizefeldwebel matkenhaus fehlt mir jede Kunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erbitterte Luftk\u00e4mpfe s\u00fcdlich von Arras Arras, 4. April 1918 &#8211; Mit dem aufklarenden Wetter seit Ende M\u00e4rz haben die Kampfhandlungen in der Luft \u00fcber dem Frontabschnitt Albert-Bapaume wieder deutlich zugenommen. 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